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Ja zum Budget 2026 und zur Investitionsrechnung
70 Urnäscherinnen und Urnäscher haben an der Budgetversammlung am 2. Dezember mit deutlichem Mehr dem Budget 2026 mit einem Defizit von 730 000 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss zugestimmt. Die Investitionsrechnung 2026 mit Nettoinvestitionen von 1,8 Millionen Franken wurde ebenfalls klar angenommen. Eine kurze Diskussion lösten die vorgesehen Investitionen von fast einer Million Franken in der Schulanlage Au aus.
Bei Ausgaben von 23,5 Millionen und Einnahmen von 22,8 Millionen Franken rechnet das Budget für das laufende Jahr mit einem Ausgabenüberschuss von rund 730 000 Franken; dies bei einem stabilen Steuerfuss von 4,2 Einheiten. Ursprünglich lag das Defizit bei 1,4 Millionen Franken, sagte Gemeindepräsident Peter Kürsteiner. «Dank grosser Sparanstrengungen konnte dieser Ausgabenüberschuss noch halbiert werden.»
Abweichungen gegenüber Vorjahr
In der Folge erläuterten Gemeinderat Iwan Schnyder und die anderen Ratsmitglieder die grösseren Abweichungen im Budget 2026 im Vergleich zum Budget 2025. Bei den Steuern rechnet Urnäsch mit einem Plus von rund 330 000 Franken gegenüber 2025. «Und dies, obwohl wir nicht zu optimistisch budgetiert haben», sagte Iwan Schnyder. Die Personalkosten steigen um rund 300 000 Franken (mehr Schüler und höhere Pflegebedürftigkeit im WPZ Au). Beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand wird mit Minderausgaben von rund 550 000 Franken gerechnet, weil keine Strassen neu eingemeindet werden und beim Unterhalt der Hochbauten nicht zwingende Arbeiten zurückgestellt worden sind. Beim Erlös aus den Holzverkäufen wird mit einem um 150 000 Franken niedrigeren Ertrag gerechnet, weil der Holzverkauf aus Privatwäldern rückläufig ist.
Kritik an Investitionen Schulanlage Au
Für 2026 sind Nettoinvestitionen von rund 1,8 Millionen Franken budgetiert. Darunter 500 000 Franken für die Sanierung des Schulhauses Mettlen. Ein kritisches Votum gab es zu den Investitionen von fast 700 000 Franken für die Ertüchtigung des Brand- und Hochwasserschutzes der Schulanlage Au; im Jahr 2027 sind dafür nochmals 230 000 Franken vorgesehen. Gemeinderat Chläus Hörler erklärte dazu, diese Investitionen seien im Interesse der Sicherheit und würden von der Ausserrhoder Assekuranz verlangt, «und diesen Auflagen müssen wir nachkommen.» Bei den 90 000 Franken für die Dachsanierung der Alp Langgaden wurde moniert, dass man die Alp allenfalls auch verkaufen könnte. Von Seiten des Gemeinderats als auch aus dem Publikum wurde einem Verkauf jedoch eine Absage erteilt, vielleicht sei man wieder einmal froh um solches Land. Von Seiten des Gemeinderats wurde betont, dass in den Jahren 2026, 2027 und 2028 die Investitionen in Urnäsch eher hoch seien. Dies aufgrund der geplanten Sanierung des Schulhauses und den Feuerwehrhauses Mettlen. Die Gemeinde Urnäsch habe aber im Vergleich mit anderen Ausserrhoder Gemeinden eine eher schwache Investitionstätigkeit.
Deutliche Ja-Mehrheiten
In der abschliessenden Abstimmung wurde dem Budget mit gleichbleibendem Steuerfuss mit 66 Ja zu 3 Nein bei einer Enthaltung zugestimmt. Ebenfalls gutgeheissen wurde die Investitionsrechnung, und zwar mit 66 Ja zu 4 Nein. Jürg Bühler
Aufgaben- und Finanzplanung
Im Rahmen der Budgetversammlung informierte Gemeinderat Iwan Schnyder kurz über die Aufgaben- und Finanzplanung 2027―2029. Für 2027 und 2028 sind der Rechnung jeweils Ausgabenüberschüsse von rund 800 000 Franken zu erwarten, im Jahr 2029 sollte der Ausgabenüberschuss auf rund 600 000 Franken sinken. Gewisse Ausgaben seien notwendig um als Wohngemeinde attraktiv zu sein, sagte Iwan Schnyder «um nicht ein schäbiges Dorf zu werden.» Trotz budgetierten Ausgabenüber-
schüssen könnte die Rechnung immer mal wieder mit einer «schwarzen Null» abschliessen. Der Gemeinderat sei überzeugt, dass bei einer Eigenkapitalreserve von 10,6 Millionen Franken eine gewisse Verschuldung auch verantwortbar sei. (jb)
7 statt 9 Gemeinderäte und Ortsplanungsrevision
Im Anschluss an die Budgetversammlung informierte Gemeindepräsident Peter Kürsteiner über die angedachte Neustrukturierung des Gemeinderats sowie über den Stand der Ortsplanungsrevision.
Bei der Neustrukturierung des Gemeinderates Urnäsch steht eine Reduktion von neun auf sieben Gemeinderatsmitglieder im Vordergrund. Damit verbunden wäre eine Aufstockung des Pensums des Gemeindepräsidenten von heute 40 auf 80 Prozent sowie der Erlass eines Entschädigungsreglements für Behördenmitglieder. Die Diskussionen über diese Anpassungen seien erst angelaufen, sagte Peter Kürsteiner. «Es sind noch viele Fragen offen und keine Beschlüsse gefasst worden.» Ziel sei es, eine allfällige Anpassung im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen 2027 auf den Beginn des Amtsjahres am 1. Juni 2027 umzusetzen. Zuvor müsste aber die teilrevidierte Gemeindeordnung von den Stimmberechtigten an der Urne genehmigt werden.
Ortsplanungsrevision
Was die laufende Revision der Ortsplanung betrifft sagte der Gemeindepräsident, dass die Nutzungsplanung und das Baureglement vom Kanton geprüft worden seien. Jetzt gehe es darum, die Ortsplanung zu bereinigen. Es sei vorgesehen, die gesamten Planungsgrundlagen vor den Sommerferien 2026 öffentlich aufzulegen. Der Zeitplan für die nächsten Schritte hingegen sei zurzeit noch offen. (jb)