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Voranschlag 2027
Der Voranschlag der Gemeinde Urnäsch weist für das Jahr 2027 bei gleichbleibendem Steuerfuss einen Ausgabenüberschuss von 441’267.47 Franken auf. Dieses Ergebnis resultiert aus einem Gesamtertrag von 23’681’385.30 Franken und einem Gesamtaufwand von 24’122’652.77 Franken. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf 2’490’000.00 Franken. Anlässlich der Budgetversammlung vom 1. Dezember 2026 wird in der Mehrzweckhalle Au über den Voranschlag abgestimmt und anschliessend über den Stand von laufenden Projekten orientiert.
Der vom Gemeinderat an die Stimmberechtigten verabschiedete Voranschlag 2027 der Erfolgsrechnung basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 4.2 Einheiten. Gegenüber dem Vorjahresbudget ist ein marginales Wachstum um rund 2.9 Prozent beim Gesamtaufwand sowie um rund 3.9 Prozent des Gesamtertrages zu verzeichnen. Der Fehlbetrag von 441’267.47 Franken kann über das Eigenkapital gedeckt werden. Dank komfortablem Eigenkapitalpolster von rund 10.10 Millionen Franken sollte der erwartete Rückschlag problemlos aufgefangen werden können. Der Abbau des Eigenkapitals im budgetierten Rahmen ist verantwortbar.
Kostentreiber
Für dieses trotz erheblichen Sparmassnahmen hohe Defizit von CHF 441’267.47 – welches aber rund CHF 287’000.00 unter dem Vorjahresbudget liegt – sind in erster Linie die erneut gestiegenen Kosten in den Bereichen Gesundheit und Soziales verantwortlich. Zudem fällt der kantonale Finanzausgleich aufgrund der kurzfristig geänderten Rahmenbedingungen im Jahr 2027 für Urnäsch rund CHF 150’000.00 tiefer aus als im Vorjahr.
Kompensation
Aufgrund der vorgängig erwähnten Aufwandsteigerungen hat der Gemeinderat einerseits die Sparschraube nochmals erheblich angezogen und auf der anderen Seite zur Kompensation auch Mehrerträge geprüft. Einsparungen sind insbesondere beim Unterhalt von Liegenschaften sowie Strassen und Plätzen der Gemeinde zu nennen. Bei den Steuern kann gemäss Empfehlungen des Kantons mit einer geringfügigen Steigerung der Einnahmen gerechnet werden. Gestützt auf den Stand der Steuereingänge per dato, sowie die Empfehlung des Kantons erscheint der budgetierte Steuerertrag von gesamthaft 7’874’691.30 Franken mit Mehreinnahmen gegenüber 2026 von rund 196’000.00 Franken angemessen.
Kantonaler Finanzausgleich und Abfederungsmassnahmen 2027-2030
Die finanzielle Entwicklung der Gemeinde wird wesentlich durch die Änderung der Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit dem neuen kantonalen Finanzausgleich beeinflusst. Während Urnäsch gemäss den ursprünglichen Berechnungen des neuen Finanzausgleichs von höheren Beiträgen hätte profitieren sollen, führen die vom Kanton beschlossenen Abfederungsmassnahmen zu erheblichen Mindererträgen. Allein im Jahr 2027 erhält die Gemeinde rund 400’000 Franken weniger als nach dem neuen Finanzausgleich vorgesehen gewesen wäre. Gegenüber dem Vorjahr resultiert dadurch sogar ein Rückgang der Ausgleichszahlungen um rund 150’000 Franken. Über die gesamte vierjährige Übergangsfrist von 2027 bis 2030 entgehen der Gemeinde Urnäsch durch diese Abfederungsmassnahmen insgesamt rund 1.5 Mio. Franken. Der Gemeinderat ist über diese unverständlich hohen Abfederungsmassnahmen irritiert und beurteilt diese Situation mit Sorge. In den vergangenen Monaten wurden sämtliche Ausgaben kritisch überprüft, Investitionen hinterfragt und gezielt Einsparungen vorgenommen. Die Gemeinde hat damit ihre Hausaufgaben gemacht und dort gespart, wo dies verantwortbar war. Trotzdem wird der Finanzhaushalt zusätzlich belastet. Hauptgründe dafür sind die geänderten Rahmenbedingungen beim kantonalen Finanzausgleich sowie steigende Kosten in Bereichen wie Gesundheit und Soziales, welche die Gemeinde nur in den wenigsten Fällen beeinflussen kann. Trotz dieser Herausforderungen hält der Gemeinderat für das Jahr 2027 am bisherigen Steuerfuss von 4.2 Einheiten fest. Die finanzielle Entwicklung wird jedoch aufmerksam verfolgt werden müssen. Sollte sich die aktuelle Belastungssituation in den kommenden Jahren fortsetzen, bspw. durch weitere Abwälzungen von Kosten des Kantons auf die Gemeinden, können weitere finanzpolitische Massnahmen nicht ausgeschlossen werden. Gleichzeitig hält der Gemeinderat fest, dass die Finanzierung der Totalsanierung des Schulhauses und Feuerwehrdepots Mettlen auf einer sorgfältigen und soliden Planung basiert. Um die finanzielle Stabilität der Gemeinde langfristig zu sichern, werden die Investitionen und die Einhaltung des bewilligten Kostenrahmens weiterhin konsequent überwacht.
Exogene Kosten
Die weiterhin steigenden exogenen Kosten wirken sich negativ auf den Gemeindefinanzhaushalt aus. Folgende Gemeindeanteile sind budgetiert: Für die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV 538’800.00 (Vorjahr: 538’700.00) Franken; für den öffentlichen Verkehr 363‘000.00 (358‘000.00) Franken; für die Pflegefinanzierung 480‘000.00 (422‘000.00) Franken; für die Spitex Appenzellerland 240‘000.00 (225‘000.00) Franken; für die Inhouse-Spitex im Wohn- und Pflegezentrum 28’300.00 (24‘100.00) Franken; für die Beratungsstelle für Flüchtlinge 84’200.00 (83’000.00) Franken; für die Führung der gemeinsamen regionalen Berufsbeistandschaft Hinterland 218’300.00 (205’700.00) Franken. Bei diesen Gemeindeanteilen von 1.95 (1.85) Millionen Franken handelt es sich um die wesentlichsten exogenen Kosten, welche die Gemeinde nicht beeinflussen kann und sich auf eine übergeordnete Gesetzesgrundlage stützen. Die Summe dieser exogenen Kosten ist gegenüber dem Vorjahresbudget (in Klammern) erneut um über 100’000 Franken gestiegen.
Netto-Investitionen von 2’490’000 Franken
Der Blick in die Investitionsrechnung zeigt, dass die veranschlagten Investitionen ab 2026 bis 2029 vorübergehend wieder ansteigen aufgrund der geplanten Sanierungsmassnahmen im Schulhaus Au sowie im Schulhaus und Feuerwehrdepot Mettlen. Im Jahr 2027 sind folgende wesentlichen Investitionen geplant: Sanierung Schulhaus und Feuerwehrdepot Mettlen mit 2’000’000.00 Franken; Schulanlage Au: Anpassung Brandschutz (dritte von vier Etappen) mit 230’000.00 Franken und dritte Etappe Hochwasserschutze mit 200’000.00 Franken; Gemeindeanteil an Ausbau Schönaustrasse (dritte Etappe) mit 60’000.00 Franken. Die geplanten Netto-Gesamtinvestitionen in der Höhe von 2’490’000.00 Franken sind notwendig und begründet sowie verantwortbar hinsichtlich der Höhe des Eigenkapitals.
Abschreibungen
Die Abschreibungen erfolgen linear ab Nutzungsbeginn über die festgelegte Nutzungsdauer des nach den neuen Kriterien bewerteten Verwaltungsvermögens und sind für 2027 mit CHF 1’098’200.00 Franken veranschlagt. Das abzuschreibende Verwaltungsvermögen betrug per 31. Dezember 2025 CHF 17’051’436.75; per Ende 2027 wird es voraussichtlich auf rund CHF 18’500’000.00 anwachsen.
Aufgaben- und Finanzplan
Zum siebten Mal liegt im Kontext des Voranschlags der Aufgaben und Finanzplan (AFP) vor, gestützt auf das erstellte Legislaturprogramm 2023-2027 sowie die beschlossenen Legislaturziele. Der AFP wird nun für die Jahre 2028 bis 2030 angepasst. Aufgrund des grossen Umfangs wird der AFP nicht in die Voranschlag-Broschüre integriert, sondern kann ab Mitte November 2026 von der Gemeindewebsite heruntergeladen werden.
| Gemeindeversammlung mit Budgetabstimmung vom Dienstag, 1. Dezember 2026 Die Budgetversammlung ist auf Dienstag, 1. Dezember 2026, 20.00 Uhr, in der Mehrzweckhalle Au, festgelegt. Im ersten Teil erfolgen die Orientierung und die Abstimmung über den Voranschlag 2027. Im zweiten Teil wird über den Stand von laufenden Projekten orientiert. Alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind herzlich eingeladen an der Gemeindeversammlung teilzunehmen. |
Der Voranschlag 2027 wird in gekürzter Form bis spätestens am 06. November 2026 allen Haushaltungen zugestellt. Der ausführliche Voranschlag 2027 kann ab dann auf der Homepage der Gemeinde Urnäsch abgerufen oder kostenlos bei der Finanzverwaltung Urnäsch bestellt werden (071 365 60 62).